Umfrage: Reisetyp

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
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Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!

Was seid Ihr für ein Reisetyp?!

a) Eher derjenige der möglichst viel auf seiner Reiseroute mitnehmen möchte.
5
13%
b) Der gemächliche Typ, der auch mal längere Zeit an einem Ort verbringt um die Kultur in sich aufzunehmen und die Leute kennen zu lernen.
35
88%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 40

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_philipp_
WRF-Spezialist
Beiträge: 309
Registriert: 16 Jan 05 11:25
Wohnort: Würzburg

Umfrage: Reisetyp

Ungelesener Beitrag von _philipp_ »

Hi Ihr,

ich bin aktuell hin und hergeworfen wie ich meinen 6 monatigen Tripp gestalten sollte.

Die Länder haben sich bereits herauskristallisiert:
Malaysia, Singapur, Indonesien, Neu Seeland, USA(Hawaii)

Nun aber überlege ich mir immer wieder das es doch eigentlich schade ist wenn man soweit von Europa weg ist und man nimmt nicht soviel wie möglich mit. Auf der anderen Seite möchte ich aber lieber längere Zeit in einem Land sein (zum Beispiel Indonsien für 3 Monate) um Land und Leute besser kennen zu lernen und zu verstehen wie die Leute dort "ticken".

Was seit Ihr für ein Typus?
a) Eher derjenige der möglichst viel auf seiner Reiseroute mitnehmen möchte. Die daraus folgenden Nachteile (schnelles Reisen von a nach b, erhöhte Reisekosten, nicht so tiefes Eintauch in die Kultur) aber auch in Kauf nimmt.

b) Der gemächliche Typ, der auch mal längere Zeit an einem Ort verbringt um die Kultur in sich aufzunehmen und die Leute kennen zu lernen.
Nachteile könnten sein ( die Angst das man etwas verpasst wenn man nicht möglichst viel auf der Route mit nimmt, man kann nicht soviele Fänchen auf seine schöne Weltkarte an der Wand setzen)

Auf das Ergebnis bin ich mal gespannt, obwohl ich schon ahne(hoffe) welches Ergebnis sich heraus kristallisieren wird.
Ich nene es mal den "Astrid+Martin Style".
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MArtin
Site Admin
Beiträge: 8467
Registriert: 04 Dez 02 14:16
Wohnort: weltreisend seit 2000

Lebetyp - Reisetyp

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Hallo Philipp :)

Hast Du da einen Reisestil nach uns benannt - oder ein Ergebnis? ;)
_philipp_ hat geschrieben:... das es doch eigentlich schade ist wenn man soweit von Europa weg ist und man nimmt nicht soviel wie möglich mit...
Tja, was ist "mitnehmen"?
Möglichst viele Fotos von verschiedenen Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Gebäuden? Stempel im Reisepass?
Für uns ist das Non Plus Ultra des Mitnehmens eindeutig eine möglichst tiefe Integration in das Leben der Einheimischen, ihre Tagesabläufe, ihre Erlebenswelt, ihre Ansichten, Gepflogenheiten, Nahrung, Fertigkeiten etc. kennen zu lernen - und nach Möglichkeit zu teilen.


Soweit die romantisierende Verklärung des in vielfältiger Gestalt immer wieder auftauchenden seelenverwandten Oberthemas "Traveler oder (Individual-) Tourist"?

Ähnlich, wie man sich eine Riesenparty wie den Karneval in Trinidad
als Reisender entweder "angucken" oder (bes. mit einheimischen Bekannten) "mitleben" kann, ist das "Kennenlernen" Einheimischer wohl nur durch "aktives Mitleben" möglich. Das ist nur äußerst selten romantisch oder bequem - und braucht u.a. Zeit.
Wer sich dabei nicht im Flow fühlt, kann leicht befürchten, gerade anderswo, im noch Unentdeckten etwas zu verpassen - zumal wir alle von der "zivilisierten Umwelt" auf Schnelllebigkeit und Größer!, Höher!, Weiter! "getrimmt" sind.

Wir selbst sitzen inzwischen seltenst in den periodisch an- und abfahrenden Touri-Bussen; eher neben dem Eingeborenen, der sie kommen und gehen sieht, sein "normales Leben" kurz für den wie geplant ankommenden Bus unterbricht, schablonenhaft routinierte Interaktionen absolviert - und sein "Original-Leben" danach, ggf. mit uns, wieder aufnimmt.
Das nächste Ziel des Busses ist dann meist eine Attraktion, die man "unbedingt gesehen haben muss", uns aber irgendwie nie gereizt hat.

Auch "Kulturelles" im Sinne von Museen, Tänzen, Traditionen bekommen wir meist nur dann mit, wenn ein uns Bekannter irgendwie darin involviert ist. Das ist dann aber eher alltagsbezogen oder mehr "backstage", als (Touristen-) Präsentation.
Trotzdem würden wir selbst einen "nur" 3-wöchigen Urlaub wohl lieber Luxus- und Kulturlos in einem kleinen Kaff vor Ort in einer Eingeborenenhütte verbringen als, in einen engen Reiseplan gezwängt, möglichst viel vom Land "zu sehen".

Natürlich hat es für die Meisten sehr gute Gründe, diese Art Reiseleben nicht in aller (oder der von uns exerzierten) Konsequenz zu teilen!:
Durch unseren "Lifestyle" haben wir unterwegs auch ständig mit irgendwelchen unerwarteten Situationen und Herausgorderungen zu "kämpfen", bringen vielfältigste Opfer an Komfort, persönlichen Geschmack und gelegentlich ist Anpassung bis zur Selbstverstümmelung oder Selbstbeschränkung bis zum Hunger angesagt. (Auf Dauer kann man dabei übrigens auch heftigste finanzielle- und allgemeine Zukunftsängste kennenlernen).
Allein die hygienischen Umstände lassen Viele auf dem Absatz umkehren, wir haben unerwartet lebensgefährliche Situationen erlebt und in unserem Reise-Umfeld schon etliche Bekannte sterben sehen (z.B. sind 2 Mitglieder der BSK-Mission in Grenada an einer Infektionskrankheit erkrankt, einer davon verstorben - und auch die "LADY GRACE- Anekdote" hätte ins Auge gehen können...)

Sowas Bescheuertes kann nicht Jedermanns Wunschtraum sein und nicht jeder kann darin reizvolle Herausforderungen entdecken!

Dennoch:
Ob es Dir irgendwo gefällt oder nicht, hängt vor Allem mit den Menschen zusammen, die Du dort kennst. Analog dazu sind für uns die wirklichen Erlebnisse und Erinnerungen jene, die wir in "intimem" Austausch mit andersartigen Mitmenschen (und damit meinen wir nicht unbedingt Co-Touristen oder Herbergsväter) verbracht haben.
Alles Andere erscheint uns dagegen zunehmend als seichter Reisekonsum - Distraktion ohne wirklich tiefere Bedeutung.
Aber das ist wirklich nicht wertend gemeint, sondern wertfreie Geschmacksache! Jedem das Seine, wie es ihm behagt.

Es ist auch absolut verständlich und legitim, wenn jemand die Vertautheit nicht verlassen möchte, den Schutz (oder was auch immer) einer organisierten Gruppe sucht, oder auf gewohntes Essen schwört, um keine Magenprobleme zu bekommen.

Wir sind sicher auch etwas "speziell", wie schon unsere Berufswahl vermuten lässt - und inzwischen wahrscheinlich auch ziemlich "verschroben".

Vielleicht muß man auch erst viel gesehen und "mitgenommen" haben, um das für sich selbst Wesentliche zu erkennen - und auf den Rest verzichten zu können.

Wir selbst sind gemäß Deiner Kategorisierung ja auch erst unterwegs vom Typ2-Traveler zu Typ 3-4 mutiert:
Haben es nicht wie geplant geschafft, die Kugel in einem Jahr RTW zu umrunden - und waren "?" genug, um schließlich dem eigenen Flow zu folgen.

Na ja, vielleicht habe ich Dein Thema jetzt auch verfemdet oder über Gebühr ausgewalzt, sorry. Auf unserer HP gibt's darüber ja eh genug zu schmökern.

Jedenfalls möchte ich Deine Um-Frage gerne in Kategorie "Selbsthilfegruppe Fernweh - allgemeiner Austausch" verschieben, wo sie mir (spätestens nach dieser Mammut-Antwort) besser aufgehoben zu sein scheint, als in "Reiseplanung" (zumal Du Dich und Deinen Reiseplan ja bereits im Mitgliederbereich vorgestellt hast :) )


Liebe Grüße :)
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_philipp_
WRF-Spezialist
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Umfrage: Reisetyp

Ungelesener Beitrag von _philipp_ »

He Martin danke für die super Antwort.

Um ehrlich zu sein habe ich nun statt ??? Fragezeichen nun eher ???? Fragezeichen in meinem Kopf und das macht die ganze Sache noch konfuser ;-) .

Deine Erläuterung stimmen alle, ich glaube die Essenz davon liegt aber wieder irgendwo in der Mitte.

Wie du gesagt hast bekommt man, wenn man wie die Einwohner lebt, das mit was seine Freunde/Bekannte in Ihrem Alltag erleben. Doch die, ich nenne es mal "die Findung", von Bekannten und Freunde am Ort die mit einem Ihren Alltag teilen ist zeitintensiv.

Ich glaube man muss ein bischen davon abkommen das man denkt, wie in meinem Fall, in 6 Monaten die Länder gut kennen zu lernen. Man sollte eventuell eher in der Annahme an die Reise gehen einen Überblick über das Leben im jeweiligen Land zu "erhaschen".

Eventuell erst nach der Reise wird man sich dann errinnern können, an den besonderen Augenblick/ das besondere Ereignis in einem Land was einen fasziniert hat. Meiner Meinung nach, hat man erst in einem solchen Augenblick einen Moment gefunden der für sich selbst einzigartig ist und für sich selbst einen tiefen Einblick in die Kultur bedeutet und somit für mich das Ziel der Reise erfüllt hat.

Ich hatte nach meiner Chinareise das Glück so einen Moment zu erleben.
Wir übernachteten in einem Kloster und aus irgendeinem Grund wachte ich auf (so gegen halb 5). Im selben Moment fingen die Mönche mit ihrem Morgengebet an. Dieses Monotone Gemurmel untelegt mit einer sehr tiefen Trommel war einfach nur beeindrucken. Ich glaube ich habe eine Stunde nur zugehört und war fasziniert von diesen Lauten. Vorallem mit welcher Ausdauer und Beharlichkeit die Mönche die Gebete durchgeführt haben. Von diesem Augenblick habe ich eigentlich die Mönche mit einer anderen Sichtweise gesehen auch die Tempel. Es sind Orte der Versammlung, des gemeinschaftlichen Handelns die auf mich seit dem eine gewisse Faszination auswirken. Dieses Ereignis hat für mich den Anstoß zur Idee gegeben eher langsam zu reisen, sich mehr Zeit für die kleinen Dinge des Lebens zu nehmen und so eventuell das Glück zu haben noch weitere solche Momente erleben zu können.

Die Antwort auf meine Frage oben ist bestimmt betrachtungsabhängig.
Ein Archäologe würde den Besuch in einem Museum als oberflächlich und eventuell als mitnehmen-was-man-nur-kann bezeichnen. Derjenige der aber den Besucher darstellt ist der Meinung mit Hilfe der 8-stündigen Besuchszeit einen tiefen Einblick in die Kultur/Leben der jeweiligen Epoche bekommen zu haben.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.
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TropicHeat
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Umfrage: Reisetyp

Ungelesener Beitrag von TropicHeat »

Also, mir kann's oft passieren, daß ich die ganzen Touristen-Attraktionen "vergesse" zu besuchen - oder, wenn ich denn hinkomme, ich angesichts von 5 Bussen (oder oft mehr) sofort kehrt mache (das habe ich leider schon sehr oft getan - ich hasse einfach Menschenmassen, besonders in der Natur)...

In der Regel werde ich auf Reisen nach 3-5 Tagen ruhelos und ziehe weiter (und wenn's nur 10 Kilometer ist) - es sei denn ich werde stimuliert, und ich meine dies nicht unbedingt passiv! Sobald sich gute zwischenmenschliche Kontakte anbahnen, dann kann ich auch mal einen Monat (oder so) im selben Ort bleiben; für mehr habe ich bislang noch nie die Zeit gehabt. Mit den zwischenmenschlichen Kontakten ist das so eine Sache: in den "Haupttouristen-Gegenden" sind die Leute das ständige Kommen-und-Gehen so gewohnt, daß sie sich oft nicht mehr öffnen (ich wohne jetzt in einer solchen Stadt, und verhalte mich ähnlich). Während man etwas abseits der gewohnten Pfade oft die aussergewöhnlichsten Bekanntschaften macht, und dann auf einmal viel mehr über Land-und-Leute lernt...!
Im Camper unterwegs durch Amerika von 03/06 bis 05/09: http://dare2go.com
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TropicHeat
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Umfrage: Reisetyp

Ungelesener Beitrag von TropicHeat »

Eine Sache, die ich früh gelernt habe: je weniger ich plane desto besser ist die Reise!

Ich sehe das immer wieder: Leute, die mit Ihrer "Liste" und "dann-und-dann-wollen-wir-da-und-da-sein" unterwegs sind, verpassen oft die tollsten Sachen (und wenn's nur das lokale Festival ist, das 1 Tag nach ihrer plangemässen Weiterreise stattfindet).
Anstatt Zielen nachzujagen und abzuhaken lasse ich mich lieber treiben...
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