Kanada: Kontakt zu kanadischen Indianern in Kanada?

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Sigfried
Kiebitz
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Kanada: Kontakt zu kanadischen Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von Sigfried »

:Hand aufs Herz leg in die Ferne schweif wieder aufs Herz leg:

Ich bin nun hoffentlich demnächst in Kanada, um da bischen zu WWOOFen.

Unter anderem hab ich dieses Reiseziel gewählt, weil mich die First Nations, wie man die "Indianer" in Kanada nennt, interessieren.

Hat jemand Erfahrung, auf welchen Wegen man mit diesen faszinierenden, stolzen Menschen in Kontakt treten kann und ob es Möglichkeiten gibt, mit ihnen ihren Alltag ein Weilchen zu teilen - mag der nun immer noch so naturverbunden sein wie ich es hoffe, oder auch nicht.

Ich hab mich natürlich schon ein bischen auf suchmaschinenausgespuckten HP´s rumgedrückt, aber noch nichts in der Richtung entdeckt. Die ein oder andere WWOOF-Adresse gehört wohl zu der ein oder anderen Rothaut, die leben aber wohl nicht mehr allzu sehr nach ihren Traditionen. Dennoch möcht ich sie gern besuchen.

Für nützliche Hinweise und Kommentare zum Thema dankend,
der mit der sensiblen Stelle an der Schulter :wink:

HUGH
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Kirasonne
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Begegnung mit Kanada-Indianern

Ungelesener Beitrag von Kirasonne »

Hi, Sigried, ich persoenlich kenne die Seneca-Indianer, die in Kanada und in der Buffalo, New York- und Ontario-Gegend leben. Meiner Meinung nach sind diese American Natives (bitte nie Indianer sagen), die best-aussehendsten aller nordamerikanischen Einheimischen.

Ich hoffe, Du findest irgendwo "etwas" urspruengliches. Ich habe es auf meinen Reisen leider nie fuer "Besucher" gefunden. Als Tip fuer jobs: Die Seneca und andere der First Nations betreiben riesige Casino's. Z.B. in Niagara, steuerfreie Tankstellen und Tabak-Geschaefte, 99% der jobs vergeben sie natuerlich an ihre eigene Leute, aber hin und wieder wird auch ein "Bleichgesicht" akzeptiert.

Ich habe hier eine Webpage-Adresse mit allen Kontakten der kanadischen Eingeborenen.

http://www.aboriginalcanada.com/firstnation/
Je nach dem, wo Du in Kanada bleibst, kontaktiere das Tribal-Office mit Deiner Anfrage.
Carpe Diem
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mayala

Re: Kontakt zu Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von mayala »

möchte kontackt zu indianischen bürgern
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AATW
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Re: Kontakt zu Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von AATW »

Hallo Sigfried,

fast an der grenze zu kanada, eigentlich nicht genau da wo du suchst, sind die menominee & oneida native american zuhause. Oneida sind sehr freundlich, lassen auch mal "besucher" einen tieferen einblick in ihr leben gewähren und für dich wichtig! Sie bauen, planen gerade 2 neue Casinos. Eins ist im Staat New York aber ganz oben zur grenze nach kanada das andere in der nähe von green bay (Wisconsin). Arbeitskräfte sind zur zeit sehr willkommen! Solltest du zufällig lehrer sein, kannst du sofort arbeiten wie der rest der usa suchen auch die oneida dringend lehrer für ihre stammeseigene schule. Suche hierzu in google.us nach oneida den rest findest du dann auf den seiten.

AATW
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Jörg

Kontakt zu Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von Jörg »

Das mit den first Nation in Kanada ist eine sehr brisante Angelegenheit da wie es leider kaum jemand weis die Ureinwohner kein Menschenrecht von Kanada zugestanden bekommen. Das gleiche gilt natürlich auch für die USA was auch sonst. Seit dem ich im Jahr 2005 für einige Wochen zu Gast in einem Reservat im Yukon gewesen bin möchte ich nichts anderes mehr in meinem Leben machen als wie für diese armen Menschen da zu sein. Wer solch einen Menschen als seinen Freund gewinnen kann der hat den besten Menschen an seiner Seite stehen, und ich kann es einfach nicht begreifen das die Kanadier es vollkommen anders sehen.
Diskriminierung und Misshandlung bis hin zum Mord ist dort oben im hohen Norden leider noch der Alltag, aber noch viel schlimmer setzt man ihnen mit Drogen zu. So schlimm das sogar schon die Inuit an HIV und Hepatitis in extrem hoher Anzahl dran erkrankt sind. Ich werde alles versuchen um noch dieses Jahr nach Kanada zu kommen damit ich vor Ort diesen Menschen meine Hilfe anbieten kann wenn sie es möchten.
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KenPark
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Kontakt zu Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von KenPark »

Danke für deinen Beitrag, das ist ne Idee die würde ich vielleicht auch für ein paar Monate machen, ein paar Monate in oder in der nähe von Kanada arbeiten.


<snip>

[by Claus: bitte "1Thema - 1 Beitrag" beachten]
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blanca

Kontakt zu Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von blanca »

Hallo mayala, ich möcht auch Kontakte zu indianischen Menschen. Hast Du inzwischen Kontakte bekommen?
Saída
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Registriert: 05 Jul 05 12:51
Wohnort: Passau

Kanada: Kontakt zu kanadischen Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von Saída »

Hallo Sigfried!

Ich habe 2003/04 in Kanada, genauer gesagt in Saskatchewan gelebt und muss dir leider berichten dass von
diesen faszinierenden, stolzen Menschen
nicht mehr allzuviel übrig ist, und schon gar nicht naturverbunden.
Man kann das vielleicht ganz gut mit bayerischem Kulturgut vergleichen... ;-) Warst du vielleicht schon mal auf einem Heimatabend???
Es wird natürlcih versucht die alten Tänze usw aufrecht zu erhalten und bei bestimmten Anlässen gibt es dann zB Trommel- und Tanzvorführungen, in den Schulen gibt es die Unterrichtsfächer "Native History" und "Native Art", aber den Rest des Jahres leben die meisten in ganz gewöhnlichen Häusern (oder Trailerparks) mit ganz gewöhnlicher Kleidung und gewöhnlichen jobs.

Dank der Winnetou-Filme haben wir in Deutschland ja ein sehr positives Bild der First Nations, und ich war sehr überrascht zu sehen wie grundlegend anders das in Kanada selbst ist. Ich habe leider die Erfahrung gemacht dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kanadier geradezu rassistisch eingestellt waren in Bezug auf die Ureinwohner. Wenn du durch Kanada reist, wird dir vermutlich auffallen, dass man in den Ballungsräumen im Süden so gut wie nie auf Natives trifft. Ganz anders war das Bild in Saskatchewan, nicht nur im Norden. Leider muss ich sagen, dass die Natives in meiner Gegend oft auch einiges getan haben um eben die Vorurteile gegen sie zu bestätigen.

Das Voruteil Nummer 1: "Natives sind arbeitslose Alkoholiker." Die traurige Realität in der Gegend dort war leider, dass viele Natives ein Drogenproblem hatten, wie auch von Jörg schon angesprochen. Und das ging auch bei den Jugendlichen schon los. An meiner Schule ging das soweit, dass den Jugendlichen der "Flying Dust First Nation" sogar jeden Monat 20 Dollar bezahlt wurden, wenn sie den ganzen Monat nicht unentschuldigt gefehlt hatten.

Es ist wirklich eine verzwickte Situation - vielleicht das größte innenpolitische Problem mit dem Kanada zu kämpfen hat.
Würde mich sehr interessieren welche Erfahrungen Jörg im Yukon da genau gemacht hat, denn dass
die Ureinwohner kein Menschenrecht von Kanada zugestanden bekommen
wäre mir dann doch wieder neu.

Mal ganz ungeachtet dessen, was es in der Vergangenheit an unglaublichen Ungerechtigkeiten gegeben hat, ist es meines Wissens unter der heutigen Rechtlage im Gegenteil so, dass die Natives RECHTLICH gesehen BEVORZUGT werden. Es gibt in den verschiedensten Bereichen sog. affirmative actions, die eben dazu dienen sollen die Natives zu fördern und ihre Lage zu verbessern.
Ich erinnere mich zB an folgende Punkte, könnte aber sein dass sich die ein oder andere Ungenauigkeit eingeschlichen hat:

- Natives sind von der Einkommenssteuer befreit sofern sie auf Reservatsgebiet leben (was auch erklärt warum man in den Städten so wenige von ihnen sieht)
- Sie dürfen unbegrenzt jagen
- Universitätsausbildung kostenlos (oder zumindest sehr stark vergünsigt)
- Bevorzugung bei manchen Einstellungsverfahren (Quotenregelungen!)

Eigentlich hätten die Natives die besten Chancen eine gute Ausbildung und einen ansprechenden Beruf zu finden, aber wie es scheint werden die Angebote nicht so stark genutz. Das schreckliche ist, dass durch die Bevorzugung erst recht Unmut in der restlichen Bevölkerung aufkommt - was dann im Endeffekt eben doch wieder zu Diskriminierung führt. Ich habe zB von einem Fall gehört, bei dem eine Polizeistreife einen Jugendlichen nachts im Winter ausserhalb der Stadt ausgesetzt haben soll, wo er dann erfroren ist. Ich muss dazusagen, dass so etwas von der Kanadischen Gesellschaft aber natürlich auch nicht einfach hingenommen wird, sondern ist natürlich ein stark diskutiertes Problem wie etwa auch bei uns der Rechtsextremismus.

Das Problem ist meiner Meinung nach, dass der kanadische Staat gegenwärtig eher versucht zu viel zu tun (oder an den falschen Ecken). Das ganze ist, so wie ich es mitbekommen habe, ein Sozialstaat hoch 10 - und man kennt das ja aus Deutschland - wo Bedürftigen geholfen wird, ensteht schnell der Vorwurf die Bedürftigen seien "Sozialschmarozzer". Aber vielleicht wäre in dem Fall weniger ja doch mal mehr, denn dadurch werden die Natives irgendwie ein bisschen vom Rest der Gesellschaft isoliert.
Einfach traurig...

Nichts desto Trozt: Bitte lass dich nicht von deinem Vorhaben abbrigen, es ist natürlich nicht alles schlecht, du darfst halt nur nicht zu viel erwarten. Ich würde dir empfehlen in die Praries zu reisen, da dort meines Wissens die meisten Natives leben, eben "ganz normal".
Falls du dich direkt engagieren willts, könntest du dort nach lokalen Einrichtungen suchen, wo Bedürftigen Geholfen wird, zB gibts es in Meadow Lake die "Door of Hope".
Würde mich interessieren wie es mit deiner Reiseplanung weitergeht. Hoffe du schreibst mal wieder was!

LG, Sandra
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Astrid
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Wohnort: weltreisend seit 2000

Kanada: Kontakt zu kanadischen Indianern in Kanada?

Ungelesener Beitrag von Astrid »

Hallo,
Saída hat geschrieben: Würde mich interessieren wie es mit deiner Reiseplanung weitergeht. Hoffe du schreibst mal wieder was!
Das finden wir auch, zumal sich andere so viel Mühe mit der Antwort geben!

In der WRF-Anleitung heisst das "Verantwortung für die eigene Frage übernehmen" ;).

LG
Astrid
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