Partner ist überreif für die Weltreise, bin ich es auch?

Worüber man in der Welt-Reise-Community so spricht / sprechen sollte, wo Du Reisethemen diskutieren, von Deinem Fernweh daheim oder Heimweh unterwegs berichten - oder auch außerhalb Deines Vorstellungsbereichs einfach mit anderen Mitgliedern der Weltreise-Community "labern" kannst... (Keine Reise-Infos hier!)
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Ob als Urlauber oder Hardcore- Traveler: Reisen bildet und ändert das Bewusstsein. Freier Austausch unter Betroffenen.
Hier im Plauderbereich der Reisecommunity aber bitte KEINE konkreten Reiseinfos fragen oder posten, denn die gehören einzelthematisch in den Reise-Info-Pool. sodass sie als Sachthemen ergänzbar, aktualisierbar und für andere hilfreich findbar bleiben. Danke!
Xenia
Kiebitz
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Partner ist überreif für die Weltreise, bin ich es auch?

Ungelesener Beitrag von Xenia »

Hallo an alle Weltenbummler!

Mein Partner(36J.) und ich(29.J) haben letzten Winter eine 3monatige Reise durchs südliche Afrika unternommen, mit eigenem Fahrzeug (Geländewagen mit Dachzelt wurde verschifft) und alles auf eigene Faust (ohne Vorbuchungen). Es war für uns beide das 1.Mal überhaupt solange unterwegs zu sein, es war ein super Erlebnis! Trotzdem habe ich auch meine Freunde+Familie manchmal vermißt und freute mich wieder aufs Heimkommen. Es war für mich der optimale Zeitumfang, nicht zu kurz und nicht zu lang.
Doch mein Partner träumt schon lange von einer Weltreise ohne Zeitlimit mit dem eigenem Fahrzeug. Dieser Wunsch hat sich bei ihm jetzt nach dieser Reise enorm verstärkt und er wartet nur noch auf grünes Licht von mir. Die Entscheidung dafür würde bedeuten Job kündigen und Haus verkaufen.

Ich möchte auf alle Fälle auch mehr reisen, als "nur" 6 Wochen im Jahr, würde aber auch gerne immer wieder heimkommen und hätte gerne eine gewisse Sicherheit im Rücken, falls es mir nicht gefällt solange unterwegs zu sein.
Meine Frage an Euch: Wer kennt diese Situation, nicht wirklich zu wissen, ob man reif für so einen Lebenswandel ist? Wie kann ich mir klar darüber werden, ob ich das wirklich will? Wäre es sinnvoller noch zu warten und erst weitere Reiseerfahrungen zu machen?
(Ich bin zuvor bzgl. Fernzielen nur in Kuba (2Wo), Thailand/Kambodscha (4 Wo.) und jetzt Afrika gewesen)
Meine Angst ist, mehr den Traum meines Partners erfüllen zu wollen, als meinen eigenen, den ich noch nicht wirklich herausgefunden habe.
Ich weiß nur was ich nicht will und dass ist für den Rest meines Lebens einen unerfüllten Job zu machen und dieser Hektik und Gefühlskälte in Dtl. ausgeliefert zu sein.

Ich würde mich über eure Erfahrungen (insbes. auch von Frauen) freuen,

Viele Grüße,
Xenia
Silvia
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Traum Weltreise

Ungelesener Beitrag von Silvia »

Hallo Xenia,

ich kann Dir leider keine Antwort auf die Frage geben, dies kannst wahrscheinlich nur du selbst, aber vielleicht beruhigt es dich ja, zu erfahren, dass es mir genauso geht. Ich hatte schon immer den Traum,
einfach mal loszuziehen und Deutschland hinter mir zu lassen. Seit 3 Wochen beschäftige ich mich aber zum ersten Mal ernsthaft mit dem Thema und möchte jetzt unbedingt meinen Traum erfüllen. Ich bin 24 und möchte Sommer 2005 die Reise zusammen mit meinem Freund antreten.
Ich bin einerseits schon jetzt super happy und beschäftige mich jede freie Minute mit dem Thema......und dann, ganz plötzlich, beginne ich zu zweifeln, meistens dann, wenn ich einen Absatz mit negativen Erfahrungen (Diebstahl, Betrug, Krankheiten etc.) lese..

Vielleicht wäre es doch hilfreich, wenn uns Weltreisende schreiben würden, ob Sie nicht auch hin-und wieder Zweifel bei der Planung überkommen haben........

In diesem Sinne...

Viele Grüße
silvia
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MArtin
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Zweifel im Vorfeld - Reue auf der Reise

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Silvia hat geschrieben: ... Vielleicht wäre es doch hilfreich, wenn uns Weltreisende schreiben würden, ob Sie nicht auch hin-und wieder Zweifel bei der Planung überkommen haben........
Hallo Silvia und willkommen an Board! :)
Der Wink ist angekommen - hier meine schnelle Antwort auf ein komplexes Thema (leider gerade busy hier in Puerto Rico):
So ein bisschen haben wir ja von unseren Gefühlen vor dem Entschluss zur Weltreise und Aufgabe der deutschen Existenz geschrieben: http://www.worldtrip.de/About_us/Links/ ... p_bau.html .
Bei so weit reichendem, Lebensplan verändernden Schritt sind Zweifel ja auch angebracht, wertvoll und natürlich.
Nachdem allerdings unser Entschluss gefallen war, hatten wir eigentlich kaum noch Zweifel - da war eher Vorfreude und Stress angesagt.
Die eigentliche Haushaltsauflösung war dann fast eine Art von Befreiung, weil man ja mit der Zeit auch viel Ballast ansammelt.
Ich denke, dass für Zweifel wenig Raum war - außerdem gibt es ja auch immer eine Möglichkeit zur Rückkehr.

Wenn uns gelegentliche Zweifel im Vorfeld der Weltreisevorbereitungen auch nicht ganz unbekannt waren - weltreisend haben wir dann unseren Entschluss (bislang) in keiner Situation und an keinem Tag je bereut.

Vielleicht schreibt Astrid bei Gelegenheit aus ihrer Sicht noch ein bisschen mehr dazu.

Für jetzt erstmal Tschüss
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Astrid & MArtin
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Reif für die Reise ?

Ungelesener Beitrag von Astrid & MArtin »

Liebe Xenia !

Gut, dass Du Deine Unsicherheit und Zweifel, die wir beide sehr gut nachvollziehen können, so klar spüren und offen ansprechen kannst! :)
Dafür, dass die jeder Langzeitreisende in spe verspürt, sind sie hier im WRF bislang eigentlich etwas zu kurz gekommen.

Gemeinsam wollen wir versuchen, die unterschiedlichen Ebenen dieser Thematik kurz anzureißen:

Auch bei uns hat es einige Jahre gedauert, bis für uns die Zeit reif war zu diesem radikalen Schritt, dem viele kleinere vorausgegangen waren.

Vermeintlich mehr Sicherheit hat, wer ein abbezahltes Haus für die Zeit seiner Abwesenheit vermieten kann:
Der hat sowohl Einnahmen während der Reise als auch ein Dach bei seiner Rückkehr. Das kann den Druck auf der praktisch-finanziellen Ebene erheblich vermindern...
Aber das scheint bei Euch, ebenso wie bei uns, ja nicht möglich zu sein?

Bezüglich Deines Jobs kann es sich trotz der gegenwärtig in vielen Bereichen angespannten wirtschaftlichen Lage sogar vorteilhaft auswirken, wenn Du vorübergehend etwas völlig anderes gemacht hast.
Eine längere Reise „absolviert“ zu haben, liest sich nicht nur im Lebenslauf, sondern spürt sich auch vorteilhaft bei einem Vorstellungsgespräch.
Außerdem hast Du in Deinen letzten Zeilen anklingen lassen, dass es sich bei Deiner gegenwärtigen Tätigkeit nicht um Deinen Traumjob handelt, so dass Du an Deinem jetzigen Arbeitsplatz vermutlich eh nicht alt werden möchtest?

Trotz Deines einerseits verständlichen Sicherheitsbedürfnisses, scheinst Du andererseits auch ambivalent bzgl. einer Zukunft nur in Deutschland zu sein.
Du weißt im Moment nicht, was Du willst bzw. wie Du Dein Leben gestalten möchtest (und das ist absolut OK).
Aber ohne einen Schritt zu gehen, wirst Du es wahrscheinlich auch nicht herausfinden.
Das Sein ändert das Bewusstsein – und somit auch Träume, Wünsche und Ziele.
Würde weiteres Zuwarten die Spannung (Deine innere und die partnerschaftliche) nicht eher noch erhöhen?

Solange Du lebst, ist kein Schritt endgültig:
Auch wenn Ihr das Haus verkauft, den Job kündigt und Euch auf die Socken macht – es gibt auch immer die Option zur Umkehr. Nicht mehr in genau das Leben, das Ihr (dann ja aus freien Stücken und gutem Grund) verlassen habt – aber in ein neues, ähnliches.
Man kann nicht zweimal in demselben Fluss baden, sagen die Chinesen.

Sind Positionen in einer Partnerschaft erst einmal verteilt, etablieren sie sich auch automatisch:
Deine Unsicherheit macht es Deinem Partner leicht, laut von einem zeitlich unbegrenzten Nomadenleben zu träumen.
Wer weiß, ob er nicht derjenige ist, der nach ein paar Reisemonaten herausfindet, dass dieser Traum in der Realität gar nicht das ist, was er will?
Wer weiß, welche Ideen und Vorstellungen von einem erfüllten Leben Du auf einer solchen Reise entwickeln würdest?

Auch bei uns überzeugt Weltreisenden gibt es Zeiten, in denen wir unsere Familie und Freunde vermissen oder uns nach unserer - nicht mehr vorhandenen - gemütlichen Hängematte vor dem Fernseher sehnen.
Aber das Privileg, unser Leben und unsere Partnerschaft weltreisend unter immer neuen Umständen stets aufs Neue gemeinsam ausprobieren und gestalten zu können, ist einfach übermächtig reizvoll.

Im Idealfall einer guten Partnerschaft fördert die Situation „zu Zweit in der Fremde unterwegs“ auch die Bereitschaft, Ideen und Phantasien des Anderen als Bereicherung des eigenen Lebens und als Quell von Inspiration erkennen und annehmen zu können.
Zeiten unterschiedlicher Ansichten und Wünsche stellen unterwegs nicht nur eine besondere Herausforderung an die partnerschaftlich Kommunikationsfähigkeit, Toleranz und Kompromissfähigkeit dar, sondern auch an unsere ureigenste Fähigkeit, mit uns selbst in gutem innerlichen Austausch zu stehen.
Ob und inwieweit Du das Leben Deines Partners lebst, Erwartungen unserer Gesellschaft an Dich erfüllst - oder Deine ureigensten Träume lebst, ist eine Frage, die Du Dir im Leben wahrscheinlich noch häufiger stellen wirst.
Die Antwort darauf ist von außerhalb des üblichen Rahmens manchmal leichter zu sehen.

Zu diesen partnerschaftlichen Themen empfehlen wir hier übrigens wärmstens die Bücher unseres ehemaligen Lehrers und Meisters Prof. Dr. M.L. Moeller+ .

Wichtig erscheint uns weiterhin, dass Du Dir bei Deiner Entscheidung für oder gegen eine Langzeitreise über Deine eigenen Motive im Klaren bist.
Die Angst vor einer eventuellen Trennung vom Partner ist sicher kein gutes Argument für eine längere Reise ins Ungewisse.
Die Reise aus Angst vor einer ungewissen Zukunft jedoch gar nicht erst anzugehen, hat allerdings langfristig vermutlich noch schlimmere Folgen... ;)

Gerne hören wir wieder von der weiteren Entwicklung Eurer Pläne J

Liebe Grüße


P.S. Hast Du schon mal hier in unser Partner-Kapitel geschaut ?
Astrid & MArtin
Das Sein ändert das Bewusstsein
Xenia
Kiebitz
Beiträge: 7
Registriert: 26 Mär 04 15:36

Ungelesener Beitrag von Xenia »

Hallo Astrid und MArtin,

Vielen Dank für die ausführliche und schon hilfreiche Antwort.
Man merkt, dass ihr vom "Fach" seid in zweierlei Hinsicht(in positiver Form): als Weltenbummler und als Psychotherapeuten, wodurch ich schon viel vertrauen in euch entwickeln kann. Seit 3 Jahren mache ich eine Therapie auch bei einem ärztl. Psychotherapeuten, der selbst ein Reisefreak ist und schon viel erlebt hat. Leider aber nur noch im 4-6 Wochen-Rhythmus, da mein Therapeut mehr reisen will verständlicherweise.

Nun mein recht persönliches Anliegen an Euch als "Profis":
Der Grund, warum ich eine Therapie mache, ist in erster Linie meine irrationalen Ängste. Vor ca. 5-6 Jahren hatte ich meine erste Panikattacken und darauf folgten weitere, insbesondere als ich Single war für 2 Jahre.
Mal war es schlimmer, mal weniger, aber auch aktuell habe ich noch damit zu kämpfen.
Das ist nun auch ein Grund, warum ich insgesamt ängstlicher geworden bin, denn früher mit 20-22J. habe ich selbst immer davon gesprochen einen langen Auslandsaufenthalt machen zu wollen, hatte mich schon in Ägypten übers Studium für 3 Monate beworben, oder aber eine Weltreise zu machen, wenn ich den richtigen Partner gefunden habe.
Jetzt habe ich ihn!!! Und jetzt steht meine Angst mir im Weg, die schon geschildert habe und die (Erwartungs-)Angst vor der (irrealen) Angst, d.h. Panikattacken! Ich habe schon besser gelernt seit der Therapie damit umzugehen, auch mithilfe von homöopath. Mittteln,
trotzdem fürchte ich mich und steigere mich hinein, wenn ich z.B. in hohen Bergen mit tiefen Abgründen Auto mitfahren muß, noch schlimmer alleine Auto fahren zu müssen auf längeren Strecken, oder auf großen Brücken oder im dichten Nebel oder in einsamer Wüstenlandschaft oder in Menschenmassen oder beim Fliegen, Boot fahren, oder aus emotionaler Hinsicht meine Familie als halt vermisse. Bei all diesen Dingen habe ich ein mulmiges Gefühl und zerbreche mir wochenlang zuvor den Kopf darüber, was da alles passieren könnte. Dann wieder packt mich der Mut (m)eines Tigers über mein Schatten zu springen, da ich mich nicht so einschränken will. Ihr seht, für mich bedeutet diese Weltreise eine besonders große Herausforderung an meine Psyche und ich könnte jetzt noch seitenlang schreiben.
Doch mich interessiert: Habt ihr schon ein solches "psychisches Problem" behandelt bei Patienten/Freunden? Ist das überhaupt mit einer Weltreise zu vereinen? Werd ich das damit vielleicht wieder loskriegen?
Eine zweite "fachmännische" Meinung kann ja nicht schaden, oder?

Ich weiß, das Thema geht jetzt sehr ins Psychologische, aber es ist ein entscheidender Faktor für mich, diese Reise anzugehen oder nicht.
Zudem beschäftige ich mich viel mit psychologischen Themen und meiner Seele.

freue mich auf Antwort, auch wenn ich darauf länger warten muß,
viele Grüße,
Xenia
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MArtin
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Ängste - und/oder Panik?

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Liebe Xenia !

Sorry, Antwort hat tatsächlich länger gedauert (gerade busy auf Barbados)

Wir kennen die Natur Deiner „Angst und Panikattacken“ nicht: Ist das Deine Diagnose? Wie äußern sie sich genau?

Auch über die Gründe können wir nur spekulieren: Deutest Du an, dass Angst vor dem Alleinsein, Angst vor der damit verbundenen Verantwortung einerseits, Angst vor der Abgabe von Kontrolle andererseits ein Thema sein könnte?!

Zunächst erst einmal würden wir Dich gerne dahingehend beruhigen, dass viele Menschen im Lauf ihres Lebens Zustände erhöhter Anspannung kennen, die in langfristigeren Stresssituationen auftauchen.

Du hast geschrieben, dass eine längere Fernreise – wenn möglich sogar mit dem Partner Deines Lebens – ein Traum von Dir sind.
Mit dem „Traum seines Lebens „ konfrontiert zu sein, kann einen schon erschüttern und eigene Unsicherheiten steigern.

Diese Angst halten wir tatsächlich nicht für einen Grund, keine Weltreise zu unternehmen und es besteht durchaus die Chance, ähnliche Ängste durch eine Reise in den Griff zu kriegen.

Ängste sind aber nicht allein lästige Hindernisse, sondern auch hilfreiche Wegweiser.
Ihnen aus dem Weg zu gehen, würde bedeuten, angstbesetzte Situationen zu vermeiden. Vermeidungsverhalten aber führt dazu, dass sich die Ängste von den ursprünglichen Situationen auf immer weitere Bereiche ausdehnen und Dich in Deinem selbständigen Handlungsspielraum immer weiter einschränken.
Kannst Du eine derartige Entwicklung bei Dir bestätigen?

Viele Wege führen nach Rom und auch für die Behandlung von Angst- und Panikattacken gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Als sehr effektiv haben sich bei Angsterkrankungen verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlungsverfahren erwiesen.
Diese sind relativ kurz (meist weniger als 25 Stunden, 2-6 Monate) und erstrecken sich so auf einen deutlich kürzeren zeitlichen Rahmen als die von Dir geschilderte Therapie.
Weißt Du, um was für eine Behandlungsform es sich bei Deiner Psychotherapie handelt? Ggf. solltest Du – gemeinsam mit Deinem Therapeuten – eine Ergänzung oder Alternative überlegen.

Da Du Dich bereits in psychotherapeutischer Behandlung befindest, hast Du vielleicht auch schon Literatur zu diesem Thema gelesen?
Wir würden Dir, unabhängig von der Therapie, ein hilfreiches Buch für Patienten mit Angststörungen empfehlen:
„Ängste verstehen und bewältigen“ von Rolf Merkle, erschienen im PAL-Verlag.

Soweit erst einmal an dieser Stelle. Bei weiteren Fragen stehen wir Dir gerne hilfreich zur Seite.

Liebe Grüße und „Lebe Deinen Traum“
Xenia
Kiebitz
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Ungelesener Beitrag von Xenia »

Lieber MArtin und liebe Astrid,

erst mal vielen Dank, dass ihr euch doch noch Zeit genommen habt.

Es wundert mich ein wenig, dass ihr von Panikattacken und Angststörungen noch nichts gehört habt im medizinischen Bereich. Es ist sogar mittlerweile eine recht verbreitete psych.Störung,
die je nachdem schlimmer oder milder ausfällt. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Bei mir äußert sich eine Panikattacke mit eiskalten Händen und Füßen, kalter Schweiß, Herzrasen, Atemnot, Schwindelgefühl, Angst in Ohnmacht zu fallen. Und dass geschieht urplötzlich und dauert je nachdem 5-10 min., einmal sogar 1 Stunde bei meinem ersten Flug ganz allein.

Das Problem ist die Angst danach, dass sowas wieder kommt, verhindert die Siuationen wieder aufzusuchen und wie ihr richtig erkannt habt, breitet sich dass auf immer mehr Bereiche aus.
Deshalb werde ich die Reise antreten, mein Partner ist sehr verständnis- und rücksichtsvoll, so daß ich da meinen Halt habe, hoffe ich.
Außerdem drängt das Schicksal auf Veränderung: meine Perspektiven hier in Dtl. beruflich sind katastrophal und weiterhin im alten Job rumdümpeln möchte ich nicht mehr.


JA, dass Angst vor dem Alleinsein, Angst vor der damit verbundenen Verantwortung einerseits, Angst vor der Abgabe von Kontrolle andererseits ein Thema bei mir ist, habt ihr richtig geschlußfolgert. Gründe dafür gehen zurück in die Kindheit, ist aber jetzt kein Thema.
Meine Therapie ist deshalb eine tiefenpsychologische Therapie, da mein Therapeut der Meinug ist, dass eine verhaltenstherapeutische Therapie in meinem Fall zu sehr an der Oberfläche sei, aber als ergänzendes Mittel ist es durchaus sinnvoll. Ich habe auch schon mit einigen Techniken (EMDR-Augenübungen, Visuelle Übungen,..) kleine Erfolge gehabt. Bin aber noch nicht in der Praxis vollkommen davon geheilt.Ich werde aber noch einmal konkret mit ihm das besprechen und auf meine Abreise darauf hinarbeiten mit Angstsituationen klar zu kommen.
Literatur habe ich schon vieles gelesen, werde eurer Empfehlung aber nachgehen.

Vielen Dank nochmal für eure Mühe
und weiterhin viel Spaß auf eurer Weltreise,
die wir diesen Herbst auch beginnen wollen mit USA-Mittelamerika.
Wir hören sicher noch voneinander übers Forum..

Liebe Grüße, Xenia
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MArtin
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Angst- und Panikattacken

Ungelesener Beitrag von MArtin »

Liebe Xenia,
da hast Du uns mißverstanden: Natürlich kennen wir Angst- und Panikattacken (sie waren sogar mal unser täglich Brot...)

Die Frage war nur, ob Deine ärztliche Diagnose so lautet, oder ob Du diesen Ausdruck laienhaft verwendet hast. Ist ja auch im Volsmund schnell mal so hin gesagt: "... da hab' ich eine Panikattacke bekommen"

Ja die Primärangst hat sicher tiefer liegende Gründe - aber die Angst vor der Angst wird dann viel schlimmer.

Bei dem aviserten Zeitplan rate ich Dir (zusätzlich) zu einer schnelleren Therapieform, selbst wenn Du in dieser kurzen Zeit nicht die tiefenpsychologisch zugrunde liegenden Ursachen aufdecken kannst. Das wäre zwar schön, aber schließlich kommt es bei Eurem Vorhaben und Zeitplan doch erstmal darauf an, die Panikattacken in den Griff zu bekommen. Und das geht verhaltenstherapeutisch einfach VIEL schneller.


Liebe Grüße
Xenia
Kiebitz
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Partner ist überreif für die Weltreise, bin ich es auch?

Ungelesener Beitrag von Xenia »

Hallo Martin,

okay, da habe ich euch mißverstanden, hätte mich auch gewundert.
Ich behandle diese Angstattacken, aber wie du sagst, geht eine verhaltentherapeutische Vorgehensweise schneller.
Was für eine würdest du mir raten?
z.B. jeden Tag einen Ort weiter fahren alleine?
Oder durch Visualisierungen, Meditationen?
Was sind die effektivsten Vorgehensweisen laut eurer Erfahrung?
Mir mangels einfach an Selbstvertrauen!
Ich werde die restl. Zeit dafür verwenden mich mit meinem Therapeuten
auf diese Behandlung zu konzentrieren. Denn bei meinen viele Änderungen im Leben, hatten wir meist keine Zeit mehr für diese konkrete Behandlung.

Übrigens habe ich mich entschieden, die Reise diesen Herbst/Winter anzutreten. Weiß nur nicht wie ich kündigen soll (Chef mit ehrlichem Vorhaben konfrontieren oder Notlüge, um Abfindung zu erlangen)?

Liebe grüße,
Xenia
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