Amateur-Funk bei Weltreise

Was man (außer Computern und Datenspeichern, s.Bitte keine OFFENEN email-Adressen im WRF - Bitte lies die WRF-Regeln JETZT!) sonst noch an Elektronik mitnehmen kann: Fotoapparate, Smartphones, Videokameras, mp3-Player, Akku-Ladegeräte, weltweite Mobiltelefone, GPS, Solarpanels, Bitte keine OFFENEN email-Adressen im WRF - Bitte lies die WRF-Regeln JETZT!

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Segler Seb
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von Segler Seb » 25 Feb 15 13:47

Westbahexpress hat geschrieben:Also mit diesen Sticks kannst du (je nach dem welchen man hat) alles (!) Empfangen von 50mhz bis 2ghz. Es gibt auch welche die können <30mhz Empfangen.
Da brauchst deinen Laptop nur einstellen und ne richtige Antenne und schon empfangst du die NOAA Satelitenbilder. :wink:
Ah, du meintest wegem Weltempfänger...
Ja, klar, womit ich das Signal empfange ist dabei erstmal egal. Wichtig ist, das ich es empfange.
Grüße

Westbahexpress
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von Westbahexpress » 25 Feb 15 13:52

Ich meine mit den Sticks kann man auch AIS Empfangen zb.
Oder (du wirst ja eine Lizenz für den Schiffartsfunk haben?) den Schiffartsfunk.
Damit siehst du halt eine grosses Spektrum.

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Hildegard Grünthaler
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von Hildegard Grünthaler » 28 Feb 15 12:40

Hallo zusammen,

Satellitentelefon oder Funkgerät? Ich bin die Ehefrau eines Funkamateurs. Bevor wir mit dem Wohnmobil loszogen, wollte mein Mann die Welt umsegeln. Aus Sicherheitsgründen legte er bei der Deutschen Bundespost die Amateurfunkprüfung ab (B-Lizenz, die Morsen auf Kurzwelle beinhaltet.) Die Prüfungen sind schwierig, von ca. 40 Mann, die damals den Kurs begannen, legten letztendlich 2 die Prüfung ab. Außer Zweifel steht: Für einen Segler, der wochenlang über den Pazifik schippert, ist der Amateurfunk auf jeden Fall ein Plus an Sicherheit. Außerdem lässt sich auf einem Segelboot das Antennenproblem leicht lösen, weil ja ein Mast vorhanden ist. Zudem gibt es auf See keine störenden Bergformationen usw., denn es gibt an Land durchaus Gegenden, wo man per Funk sehr schlecht „hinauskommt“ (Z. B. Namibia).
Als wir dann jedoch mit dem Wohnmobil loszogen, schleppte mein Mann anfangs den ganzen Funkerkrempel mit sich herum - weniger wegen der Sicherheit, sondern weil er einfach so viel Energie in die Lizenz reingesteckt hatte. Letztendlich nervte besonders das Antennenproblem. Das was praktisch war (Schraubenzieherantenne) funktionierte nicht sonderlich, Teleskopmasten usw. sind eine umständliche Angelegenheit. Außerdem kann man im Notfall keine bestimmte Person anfunken, sondern man muss hoffen, dass sich irgendwo ein kompetenter Funkpartner meldet.
Mit den kleinen Handsprechfunkgeräten, die mit einer einfacheren Lizenz betrieben werden können, kommt man nicht weit. Da reicht dann wirklich CB-Funk. Damit unterhalten sich die Trucker.
Mein Mann hat seine Funkgeräte längst verhökert. Außerdem verliert der Amateurfunk in Zeiten des Internet immer mehr an Bedeutung. Aus Sicherheitsgründen braucht man Funk oder Satellitentelefon wirklich nur, wenn man alleine irgendwo in abgelegene Ecken vordringt.
Fürs australische Outback empfiehlt sich evtl. ein speziell auf Australien abgestimmtes Funkgerät, das mit einer Outbacker-Antenne am Auto betrieben werden kann. Outbackfarmer und die Flying Doctors benützen die festgelegten Frequenzen dieser Geräte. Man kann sie meines Wissens ohne Lizenz betreiben. (Einspruch von meinem Mann: Man kann natürlich mit jedem Funkgerät die Flying Doctors anfunken! Die Frequenzliste erhält man kostenlos beim Flying Doctor Service) Statistisch gesehen ist aber unser Straßenverkehr garantiert gefährlicher als das Outback oder irgendwelche Wüsten! Und wenn Du Pech hast, landest Du bei uns mit Deiner Karre im Straßengraben und Deine bestens mit Handy usw. ausgestatteten Mitbürger fahren achtlos an Dir vorbei, ohne Hilfe zu leisten! Das passiert Dir im Outback oder sonstwo garantiert nicht!
Grüße
Hildegard
www.wohnmobil-weltreise.de

Verschiebe nicht auf morgen, was du heute tun kannst; denn wenn es dir heute Spaß macht, kannst du es morgen wieder tun.
Herzog von Wellington

jonathan
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von jonathan » 28 Feb 15 13:28

Hildegard Grünthaler hat geschrieben:Letztendlich nervte besonders das Antennenproblem..... Teleskopmasten usw. sind eine umständliche Angelegenheit. Außerdem kann man im Notfall keine bestimmte Person anfunken, sondern man muss hoffen, dass sich irgendwo ein kompetenter Funkpartner meldet.


@Hildegard, hat mir sehr gefallen, deine Stellungnahme.

Insbesondere ueberzeugt haben mich die beiden Punkte, die oben im Zitat stehen.

Ich wuerde also immer ein Satellitentelefon vorziehen.

Westbahexpress
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von Westbahexpress » 28 Feb 15 13:47

Einspruch von meinem Mann: Man kann natürlich mit jedem Funkgerät die Flying Doctors anfunken!
Einspruch von mir nein geht es nicht weil die Frequenzen muss es können.
Die Frequenzliste erhält man kostenlos beim Flying Doctor Service
http://www.flyingdoctor.org.au/Communic ... equencies/
Die Frequenzen sind schon sehr sehr tief da brauchst du eine andere Kategorie Funkgeräte die man im 0815 Amateurfunk verwendet.
"normal" werden nur 1xx - 4xxMhz Geräte verwendet.
Ich bin die Ehefrau eines Funkamateurs.
Kannst du mir eine E-Mail oder PM schreiben
Zudem gibt es auf See keine störenden Bergformationen usw., denn es gibt an Land durchaus Gegenden, wo man per Funk sehr schlecht „hinauskommt“ (Z. B. Namibia).
Auch in AT habe ich das Problem ausserhalb meines Hauses irgendwas rein zu bekommen.
Mit den kleinen Handsprechfunkgeräten, die mit einer einfacheren Lizenz betrieben werden können, kommt man nicht weit. Da reicht dann wirklich CB-Funk.
Ja da hast du recht deswegen nutze ich auch PMR. Naja CB Handfunkgeräte ist auch nicht besonders klein.
Außerdem verliert der Amateurfunk in Zeiten des Internet immer mehr an Bedeutung.
*hust* am Funk sind zu 98% sowieso nur Leute die Quatschen und nicht forschen...

Segler Seb
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von Segler Seb » 03 Mär 15 8:18

@Hildegard Grünthaler: dann ist die prüfung aber schon lange her! Morsen z. B. wird seit Jahren nichtmehr abgefragt!

Ich liste jetzt mal die Vor- und Nachteile von Amateurfunk auf, wenn was fehlt, bitte einfach ergänzen:

Pro:
Versand von E-Mails praktisch ohne Kosten
Kontakt zu Amateurfunkern in den Zielländern
Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen
Im Notfall kontakt zu Rettungskräften und Funkern in der Nähe zwecks schnellerer Hilfe möglich
Funkärztliche Beratung
Auf mehrere Jahre gerechnet günstiger als ein Satelittentelefon mit Weltweitem Empfang
Empfang von Wetterdaten und Beratung mit anderen Funkern über diese
In manchen Ländern mit nötiger Voranmeldung vor Einreise (z.B. neuseeland) geht dies auch unter Zuhilfenahme der Anlage

Contra:
Hohe Anschaffungskosten für Funkanlage, Antenne und Pactor-Modem
Schwierige Prüfung
In dicht bebauten Gegenden und Bergen ggf. Schlechter Funkempfang durch Abdeckung
Vergleichsweise große Anlage, kann nicht überall untergebracht werden
Gespräche können von jedem im Empfangsbereich mitgehört werden, der entsprechende Technik besitzt
Bei Auto's/Bussen schwierige technische Umsetzung einer ausreichenden Antenne

Ich hab bestimmt was vergessen - nicht böse gemeint, wie gesagt, einfach ergänzen.
Mir geht es nur darum, das jemand, der sich diese Frage stellt die Vor- und Nachteile hier findet. Denn, ich denke das ist klar, es gibt beides ;)

Grüße,
Sebastian

jahn69
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von jahn69 » 03 Mär 15 9:30

@Seb, als Technik-Fan (insbesondere, was Computer- und Smartphone-Einsatz anbelangt) hab ich eine Anmerkung und eine Frage:
Segler Seb hat geschrieben:Contra:
Gespräche können von jedem im Empfangsbereich mitgehört werden, der entsprechende Technik besitzt
Das sehe ich nicht als Nachteil, da man es ja vorher weiss und sich entsprechend verhalten kann.

@Seb: aber damit in zusammenhang steht aus meiner Sicht ein kolossaler Nachteil des Funkens: Du kannst NICHT GEZIELT jemanden zu einem bestimmten, fuer den anderen unerwarteten Zeitpunkt an-"klingeln".

Beispiel: du hast einen tollen Wal gesehen und willst das deiner Freundin im fernen Deutschland mitteilen. Du setzt einen Funkspruch ab. den hoeren dann zwar Tausende. aber deine Freundin macht gerade ein Nickerchen und hoert nichts, insbesondere kein Klingeln, wie es bei einem Anruf mit dem Satelliten-Telefon der Fall waere. Deine Nachricht ist also fuer sie komplett verloren.
Segler Seb hat geschrieben:Pro:
Versand von E-Mails praktisch ohne Kosten
@Seb, wie geht das technisch: du hast also nichts weiter als ein Funkgeraet. Und damit sendest du eine Email an meine Email-Adresse xyz @ web.de, mein Smartphone auf der anderen Seite der Erdkugel ist eingeschaltet - und der Push-Servive meldet mir sofort durch Piepsen, dass ich eine Email von dir erhalten habe?

Segler Seb
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Amateur-Funk bei Weltreise

Ungelesener Beitrag von Segler Seb » 03 Mär 15 9:45

jahn69 hat geschrieben:@Seb, als Technik-Fan (insbesondere, was Computer- und Smartphone-Einsatz anbelangt) hab ich eine Anmerkung und eine Frage:
Segler Seb hat geschrieben:Contra:
Gespräche können von jedem im Empfangsbereich mitgehört werden, der entsprechende Technik besitzt
Das sehe ich nicht als Nachteil, da man es ja vorher weiss und sich entsprechend verhalten kann.

@Seb: aber damit in zusammenhang steht aus meiner Sicht ein kolossaler Nachteil des Funkens: Du kannst NICHT GEZIELT jemanden zu einem bestimmten, fuer den anderen unerwarteten Zeitpunkt an-"klingeln".

Beispiel: du hast einen tollen Wal gesehen und willst das deiner Freundin im fernen Deutschland mitteilen. Du setzt einen Funkspruch ab. den hoeren dann zwar Tausende. aber deine Freundin macht gerade ein Nickerchen und hoert nichts, insbesondere kein Klingeln, wie es bei einem Anruf mit dem Satelliten-Telefon der Fall waere. Deine Nachricht ist also fuer sie komplett verloren.
Segler Seb hat geschrieben:Pro:
Versand von E-Mails praktisch ohne Kosten
@Seb, wie geht das technisch: du hast also nichts weiter als ein Funkgeraet. Und damit sendest du eine Email an meine Email-Adresse xyz @ web.de, mein Smartphone auf der anderen Seite der Erdkugel ist eingeschaltet - und der Push-Servive meldet mir sofort durch Piepsen, dass ich eine Email von dir erhalten habe?
Zum 1.: ein nachteil, weil damit persönliche gespräche nicht möglich sind. In notfällen ist das wiederum ein vorteil. Weil man auch von unbeteiligten in der nähe, die helfen können gehört wird.
Zum 2.: man braucht zusätzlich ein pactor-modem, das bei der anschaffung bissel kostet - aber auf längere zeit billiger als satphone. Amateurfunk ist längst mehr als nur gespräche - fa gibt es auch zunehmend digitale übertragungen, e-mails sind da nur eine Option. Bei interesse google mal pactor und/oder e-mail via amateurfunk...

Es gibt übrigens wohl auch einen (natürlich kostenpflichtigen) service, der es einem erlaubt über funk zu telefonieren. Dabei wird das Funksignal von einer Funkstelle empfangen, die dann den angedachten Empfänger anruft. Sowas gibt es z.B. Auch im Seefunk. Genaue info's dazu hab ich nicht. Hat mich nicht sonderlich interessiert ;)

Grüße,
Sebastian

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